{"id":360,"date":"2022-09-16T08:37:26","date_gmt":"2022-09-16T06:37:26","guid":{"rendered":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/ein-dorf-mit-ecken-und-kanten\/"},"modified":"2023-06-04T17:28:56","modified_gmt":"2023-06-04T15:28:56","slug":"ein-dorf-mit-ecken-und-kanten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/?p=360","title":{"rendered":"\u00abEin Dorf mit Ecken und Kanten\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>KMU Pratteln-Vereinspr\u00e4sidentin Anita Fiechter-Hintermann und Vizepr\u00e4sident Roman Schneider philosophieren \u00fcber ihre Heimatgemeinde und dar\u00fcber, wie sie sich als Wirtschaftsstandort entwickelt. Die beiden kommunikativen Pers\u00f6nlichkeiten freuen sich, mit dem Prattler KMU Magazin frischen Wind mitzubringen.<\/p>\n<p>Anita Fiechter-Hintermann und Roman Schneider sind in Pratteln aufgewachsen. Beide erinnern sich im Gespr\u00e4ch an die guten und weniger guten Seiten, diskutieren \u00fcber Zentralit\u00e4ten und hirnen \u00fcber Verkehrsthemen. Sie schmieden neue Pl\u00e4ne und verraten das Vereinsgeheimnis des heutigen KMU Pratteln. Aber sch\u00f6n eins nach dem andern, denn so ganz selbstverst\u00e4ndlich ist es nicht, dass die beiden \u00fcberhaupt beim Interviewgespr\u00e4ch sitzen.<\/p>\n<h2><strong><em>Wieso?<\/em><\/strong><\/h2>\n<p><em><u>Anita Fiechter-Hintermann<\/u><\/em><strong>:<\/strong> Ich bin mit 20 Jahren von Pratteln weg und wollte eigentlich nicht wieder zur\u00fcckkehren. Auf einmal wird Pratteln wieder zum Lieblingsort und ich bin stolz, hier in Pratteln auch meinen Teil zur Entwicklung beizutragen. So spielt das Leben.<\/p>\n<p><em><u><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5926 alignleft\" src=\"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/wp-content\/uploads\/kmu2-1-147x300.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"437\" \/>Roman Schneider:<\/u><\/em> Ja, Pratteln hat Ecken und Kanten. Gleichzeitig ist die Gemeinde heute ein \u00e4usserst beliebter Wirtschaftsstandort. Das habe ich die letzten Monate einmal mehr erfahren, als es darum ging, einen Teil der Liegenschaft unseres Familienunternehmens zu vermieten. Die Anfragen f\u00fcr Lager- und Produktionsfl\u00e4chen, also von Unternehmen, die sich in Pratteln niederlassen m\u00f6chten, sind gewaltig.<\/p>\n<h2><strong><em>Dann hat Pratteln also vor allem in Bezug auf die KMU-Landschaft gute Seiten?<\/em><\/strong><\/h2>\n<p><em><u>Roman Schneider<\/u>:<\/em> Ich sch\u00e4tze Pratteln nicht nur aufgrund der KMU. Auch das Vereinsleben und der Zusammenhalt ist \u00fcberdurchschnittlich. Wer eine gute Idee hat, kann auf die Solidarit\u00e4t von fast allen z\u00e4hlen. Zudem unterst\u00fctzten der Gemeinderat und die B\u00fcrgergemeinde die Vereine stets wohl-wollend. Deshalb kann ich auch mit gutem Gewissen sagen, dass unser Vereinsmotto \u00abgemeinsam stark\u00bb auf Pratteln wirklich zutrifft.<\/p>\n<p><em><u>Anita Fiechter-Hintermann:<\/u><\/em> Ich bin in einer Zeit in Pratteln aufgewachsen, in welcher ich mitleidig angeschaut worden bin, sobald ich ausserhalb von Pratteln \u00fcber meinen Herkunftsort gesprochen habe. Pratteln ist nicht immer eine Vorzeigegemeinde gewesen. Ich sch\u00e4tze, vor allem das \u00abProjet urbain\u00bb hat Pratteln 2008 ein neues Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die nachhaltige Integration unserer \u00fcber 100 Nationalit\u00e4ten geschenkt. Heute zeigt sich Pratteln selbstbewusst.<\/p>\n<h2><strong>Auch die Entwicklung der Skyline von Pratteln bringt das \u00abDorf\u00bb ins Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/h2>\n<p><em><u>Roman Schneider:<\/u><\/em> Richtig, die Hoch-h\u00e4user rund um den Bahnhof von Pratteln verleihen der Gemeinde Pratteln ein Gesicht, das schon von der Autobahn her erkennbar ist. Genau dieser Spagat der einwohnerm\u00e4ssigen Stadt mit dem von Prattler und Prattlerinnen gef\u00fchlten Dorfcharakter ist enorm spannend. Wenn ich an unseren Verein und die Mitglieder denke, wie sie zusammen funktionieren und handeln, dann sehe ich Pratteln nach wie vor als Dorf.<\/p>\n<p><em><u>Anita Fiechter-Hintermann:<\/u><\/em> Ob Pratteln eine Stadt oder ein Dorf ist, diskutiere ich schon seit meiner Kindheit. Im Kern ist Pratteln bestimmt ein Dorf. Doch die Entwicklungen rund um den Bahnhof verleihen Pratteln mittelfristig doch eher einen st\u00e4dtischen Charakter. Ich pers\u00f6nlich w\u00fcnsche mir, dass sich mit der Sanierung der Bahnhofstrasse und den bevorstehenden Arealentwicklungen vermehrt Detailh\u00e4ndler ansiedeln. Es w\u00e4re doch sch\u00f6n, in Pratteln so richtig flanieren zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<h2><strong>Und was ist mit dem Dorfkern rund um den Schmittiplatz?<\/strong><\/h2>\n<p><em><u>Anita Fiechter-Hintermann:<\/u><\/em> Nat\u00fcrlich f\u00e4nde ich es sch\u00f6n, wenn wir mehr Einkaufsm\u00f6glichkeiten rund<\/p>\n<p>um den Schmittiplatz antreffen w\u00fcrden. Ich bin in den Engelbl\u00f6cken aufgewachsen und liebe den alten Dorfkern. Zu meinen Anfangszeiten im KMU Pratteln habe ich \u2013 wie viele andere \u2013 versucht, dem Dorfplatz wieder Leben einzuhauchen. Heute bin ich froh, gibt es unter anderen mit dem Finkbeiner noch eine B\u00e4ckerei und mit dem Bielser L\u00e4deli einen Dorfladen im alten Kern. Gleichzeitig glaube ich, dass wir f\u00fcr den Detailhandel eher das Areal rund um den Bahnhof in Auge fassen sollten. Dort findet das kommerzielle Leben statt. Den Schmitiplatz sch\u00e4tze ich f\u00fcr seine Anl\u00e4sse und Traditionen, als Ausgangspunkt f\u00fcr den Banntag, als Treffpunkt der Fasnacht oder dem Eierleset. Mit dem neuen B\u00fcrgerhaus wird k\u00fcnftig sicherlich auch kulturell mehr Leben auf dem Schmittiplatz stattfinden.<\/p>\n<p><em><u>Roman Schneider<\/u><\/em>:\u00a0 Seit der Sanierung der beiden Schulh\u00e4user und der Aufwertung des Aussenraums bei der Alten Dorfturnhalle ist eine richtig sch\u00f6ne Begegnungszone entstanden. Trotzdem bin ich froh, dass wir die drei Kurzzeitparkpl\u00e4tze vor dem Finkbeiner noch ergattern konnten. Denn bei all den Aufwertungen d\u00fcrfen wir die Parkplatzthematik nicht ausser Acht lassen. Wir als Verein werden uns daf\u00fcr einsetzen, dass die Parkpl\u00e4tze nicht vergessen gehen. Das ist wichtig f\u00fcr den Detailhandel.<\/p>\n<p><em><u>Anita Fiechter-<\/u><\/em><em><u>Hintermann<\/u><\/em>: Die Veloabstellpl\u00e4tze auch! Bei all den Arealentwicklungen muss ebenso an die Erschliessung f\u00fcr den Langsamverkehr gedacht werden.<\/p>\n<p><em><u>Roman Schneider:<\/u><\/em> Ich bin auch immer wieder mit dem Velo unterwegs. Ich verstehe deine Argumente. Doch die Parkpl\u00e4tze im Zentrum sind f\u00fcr unsere Mitglieder von grosser Bedeutung.<\/p>\n<p><em><u><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-5927 alignleft\" src=\"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/wp-content\/uploads\/kmu3-1-138x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"457\" \/>Anita Fiechter-Hintermann<\/u><\/em>: Du hast recht. Lass uns doch beides ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<h2><strong>Nun sind wir mitten in der\u00a0 Verkehrsproblematik rund um Pratteln.<\/strong><\/h2>\n<p><em><u>Roman Schneider<\/u><\/em>: Ja, Verkehr und Mobilit\u00e4t werden grosse Themen bleiben. Doch wir profitieren als Wirtschaftsstandort davon, vor Basel zu liegen. Unternehmen in Pratteln sind gut erreichbar. Ohne lange Staus. Deshalb ziehen einige Unternehmen von Basel nach Pratteln.<\/p>\n<p><u>Anita Fiechter-Hintermann:<\/u> So wie zum Beispiel die Settelen AG, die angek\u00fcndigt hat, einen Teil ihrer Unternehmung nach Pratteln in den Buss Industriepark zu verlegen.<\/p>\n<p><em><u>Roman Sch<\/u><\/em><em><u>neider:<\/u><\/em> Genau. Du leitest auch direkt ins n\u00e4chste Thema \u00fcber: Bezahlbare Gewerbefl\u00e4chen.\u00a0Wir m\u00f6cht<\/p>\n<p>en als Verein st\u00e4rker daf\u00fcr einstehen. Mit all den Arealentwicklungen wird Pratteln aufgewertet, aber es geht wertvolle Gewerbefl\u00e4che verloren.<\/p>\n<p><em><u>Anita Fiechter-Hintermann<\/u><\/em>: Das ist tats\u00e4chlich ein Thema, f\u00fcr welches wir uns als Gewerbeverein einsetzen m\u00fcssen. Ich bin der Meinung, verkehrsintensive Gewerbe- und Industrieunternehmen profitieren von einer Ansiedlung nahe der Autobahnausfahrt. So wie das heute bereits der Fall ist. Die Frage stellt sich, wo das<\/p>\n<p>verkehrsintensive Kleingewerbe hingeht. Areale direkt am Bahnhof sollten meiner Meinung nach verkehrsarm zum Flanieren einladen. Hier siedeln sich hoffentlich Detailh\u00e4ndler, Gastronomen oder andere Dienstleister an, die von der guten Anbindung an den \u00d6V profitieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Bezahlbare Gewerbefl\u00e4chen ist ein gutes Stichwort. Und was w\u00e4ren eure Wunschvorstellungen davon, was dort passieren m\u00fcsste?<\/strong><\/h2>\n<p><em><u>Roman Schneider<\/u><\/em>: Ein innovatives Gewerbehaus, in welchem der Maler gemeinsam mit dem Gipser anzutreffen ist, der Bodenleger mit dem Heizungsinstallateur Hand in Hand arbeitet, wo der Holzbauer direkt zum Spengler l\u00e4uft oder sich der G\u00e4rtner mit dem Metallbauer abstimmt. Im gemeinsamen Innenhof befinden sich Sitzgelegenheiten und f\u00f6rdern so den t\u00e4glichen Austausch zwischen den Unternehmen.<\/p>\n<p>Vielleicht gibt es auch gleich einen Treuh\u00e4nder oder Versicherungsberater im Haus. So wie ein Mini-\u00d6kosystem, das als Gemeinschaft zusammenarbeitet.<\/p>\n<p><em><u>Anita Fiechter-Hintermann:<\/u><\/em> Oh, das klingt wundervoll. Hier m\u00fcsste die Gemeinde Pratteln doch Hand bieten k\u00f6nnen, oder nicht? Gibt es denn keine Fl\u00e4chen, auf denen man ein solches Projekt aufgleisen k\u00f6nnte? Allenfalls kann man auch mit den Arealentwicklern reden, um so etwas aufzubauen? Co-Working-Spaces sind ja zurzeit in aller Munde. Die R\u00e4ume m\u00fcssten flexibel geplant, in unterschiedlichen Gr\u00f6ssen zur Verf\u00fcgung stehen. Das w\u00e4re doch eine Vision f\u00fcr uns?<\/p>\n<p><em><u>Roman Schneider:<\/u><\/em> Absolut. Pratteln ist aus geografischer Sicht schon gen\u00fcgend \u00abauseinandergerissen\u00bb. Wir brauchen das lokale Handwerk, sonst bestellt man irgendwo und es entsteht noch mehr Stau. Auch bez\u00fcglich Lehrstellen m\u00fcssen wir aufpassen, dass wir m\u00f6glichst viel lokal hier in Pratteln anbieten k\u00f6nnen. Die Idee mit dem Gewerbehaus w\u00e4re auch f\u00fcr Lehrpl\u00e4tze spannend. Lernende k\u00f6nnten in die Betriebe gehen, um einen ganzheitlichen Einblick zu erhalten. So m\u00fcsste das in Zukunft gehen. Auch wenn das utopisch klingt.<\/p>\n<p><em><u>Anita Fiechter-Hintermann<\/u><\/em>:\u00a0 (lacht) So sind wir halt. Ein wenig verr\u00fcckt und querdenkend! Und wenn wir schon beim Wunschkonzert sind. Ich w\u00fcnschte mir gerne einen nat\u00fcrlichen Badeplatz auf Prattler Boden. Kann man den Rhein zug\u00e4nglicher machen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Jetzt sind wir mitten in den Visionen. Wohin geht die Reise\u00a0 mit dem KMU Pratteln?<\/strong><\/h2>\n<p><em><u>Anita Fiechter-Hintermann:<\/u><\/em> Wir feiern in zwei Jahren unser 125-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. Wir m\u00f6chten gerne etwas schaffen, das der Bev\u00f6lke rung von Pratteln etwas Nachhaltiges bringt. Wir haben auch schon Ideen, aber spruchreif sind die jetzt wirklich noch nicht.<\/p>\n<p><em><u>Roman Schneider:<\/u><\/em> Ich w\u00fcrde was bevorzugen, das unserem Motto \u00abgemeinsam stark\u00bb entspricht. Ein Gemeinschaftsprojekt, bei welchem unsere Mitglieder miteinander kollaborieren. Vielleicht etwas Spielerisches? Etwas, das \u00abf\u00fcr immer\u00bb gebaut wird. Mal sehen, was hier entsteht. Wir werden sicherlich bald eine Arbeitsgruppe f\u00fcr unser Jubil\u00e4um aufstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KMU Pratteln-Vereinspr\u00e4sidentin Anita Fiechter-Hintermann und Vizepr\u00e4sident Roman Schneider philosophieren \u00fcber ihre Heimatgemeinde und dar\u00fcber, wie sie sich als Wirtschaftsstandort entwickelt. Die beiden kommunikativen Pers\u00f6nlichkeiten freuen sich, mit dem Prattler KMU Magazin frischen Wind mitzubringen. Anita Fiechter-Hintermann und Roman Schneider sind in Pratteln aufgewachsen. Beide erinnern sich im Gespr\u00e4ch an die guten und weniger guten Seiten, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":361,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-360","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kmu-vereinsnews"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=360"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/360\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":482,"href":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/360\/revisions\/482"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/361"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kmu-pratteln.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}